Kidical Mass Fähnchen

Kidical Mass © ADFC

Dossier: Kidical Mass im Saarland Mai 2022

 

Kidical Mass im Saarland:

Teilnehmende der Kinder-Fahrrademos in Saarlouis, Ensdorf, Homburg und Saarbrücken fordern kinderfreundliche Straßen

 

Gut gelaunt rollten am 14. Mai Kinder und Erwachsene auf Fahrrädern, Laufrädern oder Rollern durch mehrere saarländische Städte. Als Teil der weltweiten Bewegung der „Kidical Mass“ machten im Saarland über 500 kleine und große Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die gefährlichen Verkehrsbedingungen aus der Sicht von Kindern aufmerksam. Insgesamt fanden in Deutschland am vergangenen Wochenende rund 40.000 Demonstrierende in über 200 Orten den Weg auf die Straße.

Im Saarland organisierten ADFC, VCD, BUND, Parents und Fridays for Future die Veranstaltungen.

Neben all der guten Stimmung bei den 3 Kinder-Fahrrad-Demos im Saarland stehen die dringenden verkehrspolitischen Forderungen des Aktionsbündnisses: Die Straße sei den Kindern als Lebensraum zurückzugeben. Dazu sei es nach Ansicht des Bündnisses notwendig, das Straßenverkehrsrecht kinderfreundlich umzugestalten. Vor allem die Schutzbedürftigkeit von Kindern müsse in den Mittelpunkt gestellt werden. Ziel müsse die „Vision Zero“ sein, dass also keine Verkehrstoten mehr im Straßenverkehr zu beklagen sind. Außerdem müsse die selbstständige Mobilität der Kinder ermöglicht werden.

Städte und Gemeinden sollten die Freiheit erhalten, kinder- und fahrradfreundliche Maßnahmen nicht nur an einzelnen Gefahrenstellen umzusetzen, sondern auf allen ihren Straßen. Das umfasse zum Beispiel

  • die Anlage von geschützten oder baulich getrennten, breiten Radwegen an Hauptverkehrsstraßen sowie geschützte Kreuzungen nach niederländischem Vorbild,

  • Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen innerorts,

  • Schulstraßen und Zonen ohne Autoverkehr,

  • Fahrradstraßen und Fahrrad-Zonen mit verringertem ruhendem und fließendem Autoverkehr als flächendeckendes Netz und Grundlage für ein sicheres Schulwegenetz,

  • Straßen ohne Durchgangsverkehr in Wohngebieten.
     

Die Landesregierung müsse insbesondere den Ausbau von Schulradwegenetzen und die Einrichtung von „Schulstraßen“ vorantreiben und fördern. Auf der kommunalen Ebene sei es dringend nötig, den bereits vorhandenen Handlungsspielraum voll auszuschöpfen. Das Aktionsbündnis fordert (Ober-)Bürgermeister, Gemeinde- und Stadträte sowie Landräte auf, ihren Handlungsspielraum zu nutzen und zeitnah fahrradfreundliche Gestaltungen umzusetzen. Kleinere Maßnahmen seien dabei schnell und ohne großen Aufwand umsetzbar. Dazu zählen etwa

  • die Umwidmung von Kfz-Spuren zu geschützten Radfahrstreifen an mehrspurigen Straßen,

  • die Anordnung temporärer Durchfahrtverbote für Autos vor Schulen und Kitas („Schulstraßen“),

  • die Einrichtung temporärer Spielstraßen sowie die Schaffung von Begegnungszonen,

  • ein energisches Vorgehen gegen illegales Parken auf Geh- und Radwegen,

  • die Abschaffung von legalem Parken auf diesen Wegen bzw. die Umwandlung zugunsten des Fuß- und Radverkehrs sowie zu begrünten Spiel- und Begegnungszonen.


Das Aktionsbündnis wird diese Ziele weiter verfolgen. Weitere „Kidical Mass“-Demos werden im Herbst stattfinden. „Aber auch bis dahin werden wir gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen konkrete Maßnahmen einfordern und die Umsetzung durch die politisch Verantwortlichen kritisch beobachten“, so Herbert Loskill, Koordinator der Veranstaltungen.

Für weitere Fragen steht Ihnen Herbert Loskill vom ADFC Saar, 0162 7336198, gerne zur Verfügung.

 

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