2022 muss das Jahr der Umsetzung werden!

 

Der ADFC Saar zieht Bilanz für 2021 und richtet den Blick auf 2022

 

Seit November ist das Falschparken auf Geh- und Radwegen erheblich teurer, was sicherlich der Sicherheit der Radfahrer zuträglich sein wird. Im Saarland boomen mit Hilfe einer Landesförderung die Lastenräder. In Saarbrücken wurde ein ganzes Stadtviertel zur Fahrradzone erklärt. Radfahren ist in aller Munde und spielt auch im Saarland zunehmend eine Rolle im Verkehrsgeschehen. Der Landesverband Saarland des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) hat diese und andere Ereignisse zum Anlass genommen, für das vergangene Jahr aus Sicht der Radfahrerinnen und Radfahrer eine kritische Bilanz zu ziehen und einen Blick auf 2022 zu werfen.

„Im zu Ende gehenden Jahr sind von Seiten der Politik und der Verwaltungen wichtige Schritte zur Förderung des Radverkehrs vollzogen worden. Unter anderem wurden mit Unterstützung des Verkehrsministeriums zahlreiche kommunale Radverkehrskonzepte erstellt. Auch wurde intensiv und unter breiter öffentlicher Beteiligung am Radverkehrsplan Saarland gearbeitet“, so ADFC-Landessprecher Thomas Fläschner. Nicht zufrieden ist der ADFC Saar jedoch mit der Umsetzung der in den Konzepten vorgesehenen Maßnahmen. Die notwendige Verkehrswende werde noch nicht entschieden genug angegangen. Ute Kirchhoff, ADFC-Landessprecherin aus Homburg, kritisiert „Wenn es auf den Straßen ernst und konkret wird, den Verkehrsraum neu aufzuteilen, werden die Verwaltungen mitunter sehr zögerlich“. Sie wünscht sich mehr Mut von den verantwortlichen Entscheidern, im Konfliktfall zu Lasten des Autoverkehrs und zugunsten des Radverkehrs zu handeln. Für den ADFC Saar sei es besonders wichtig, Lücken in den Radwegenetzen zu schließen. Dies könne zwar für den Autoverkehr geringfügige Reisezeitverlängerung bedeuten, aber für die Radfahrenden einen großen Sicherheitsgewinn. Axel Birtel aus Neunkirchen, der dritte Sprecher des Landesvorstands, fasst die Bilanz folgendermaßen zusammen: „Es ging vorwärts, aber auf den Straßen ist noch viel zu wenig zu sehen“. Er wünscht sich außerdem eine größere Akzeptanz und Rücksichtnahme der Autofahrer gegenüber den schwächsten Verkehrsteilnehmern, den Radfahrern und Fußgängern.

Die Landtagswahl im kommenden März will der ADFC Saar intensiv dazu nutzen, seine Themen in die verkehrspolitischen Diskussionen einzubringen. In Arbeit ist ein entsprechender Forderungskatalog. Eine der Hauptforderungen zielt auf ein neues Mobilitätsgesetz. Mit diesem Gesetz soll mehr Verbindlichkeit in das Verwaltungshandeln gebracht werden. Ansonsten werden der ADFC-Landesverband, seine neun regionalen und lokalen Gruppen und seine mittlerweile saarlandweit über 1.800 Mitglieder kritisch beobachten, ob und wie die Radverkehrskonzepte umgesetzt würden. Von Seiten der Bundesregierung stehe viel Geld zur Verfügung. An den Finanzen sollte es also nicht liegen, wenn die Radfahrenden im ansonsten notorisch klammen Saarland weiterhin auf gute Radwege warten müssen. Politischen Druck will der ADFC unter anderem mit Fahrradkinderdemos („Kidical Mass“) erzeugen.

 

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Forderungen und Verbesserungsvorschläge des ADFC Saarlouis zum Radverkehrskonzept

https://saarland.adfc.de/artikel/2022-muss-das-jahr-der-umsetzung-werden

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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