Saarbrücken, Hohenzollernstraße = Fahrradstraße

Fahrradstraße - Hohenzollernstraße, Saarbrücken © Thomas Fläschner

Zu viel Durchgangsverkehr in der Fahrradstraße

 

Ergebnis der Verkehrszählung von ADFC-Aktiven: Starker motorisierter Durchgangsverkehr in der Fahrradstraße Hohenzollernstraße in Alt-Saarbrücken

 

Im letzten Jahr wurde nicht nur das Nauwieser Viertel zur Fahrradzone umgewidmet, sondern auch die Hohenzollernstraße in Alt-Saarbrücken in eine Fahrradstraße umgewandelt. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat beide Maßnahmen befürwortet, weil er sie für sehr gute und wichtige Schritte in Richtung mehr Fahrradfreundlichkeit der Landeshauptstadt hält. Gleichwohl bieten sowohl die Fahrradzone als auch die Fahrradstraße nach Meinung des Vereins noch einiges Verbesserungspotenzial. Für den ADFC ist dabei das gravierendste Problem, dass immer noch sehr starker motorisierter Durchgangsverkehr zu verzeichnen sei, obwohl eigentlich in der Zone und der Fahrradstraße nur Anliegerverkehr zugelassen sei.

Um den vom ADFC und von vielen Radfahrern monierten starken Durchgangsverkehr zu belegen, haben ADFC-Aktive in der Hohenzollernstraße eine Verkehrszählung vorgenommen. Auch wenn die Zählung somit nur von Laien, die sich allerdings methodisch beraten ließen, durchgeführt wurde, so sind die Ergebnisse doch sehr eindeutig: nach wie vor nutzen viele Autofahrer die eigentlich nur für Anlieger freigegebene Straße als Abkürzung zur parallel verlaufenden, jedoch mehrere Ampeln aufweisenden Stengelstraße. Diese Fehlbenutzung schränke die Attraktivität der neuen Fahrradstraße stark ein, womit das Ziel, mehr Verkehr aufs Rad zu verlagern, gefährdet werde, so ADFC-Sprecher Thomas Fläschner.

Gezählt wurde morgens von sieben bis neun Uhr und nachmittags zwischen 15 und 19 Uhr. Die Zählerinnen und Zähler standen sowohl an der Eisenbahnstraße und der Keplerstraße zur Zählung des einfahrenden Verkehrs als auch an der Roonstraße, wo der ausfahrende Verkehr notiert wurde. Die computergestützte Auswertung der Zählung verglich die notierten eingefahrenen Fahrzeuge mit denen der danach ausfahrenden. Die Ergebnisse zeigen, dass 67 % der morgens aus der Roonstraße ausfahrenden KFZ innerhalb von 5 Minuten vorher bei der Einfahrt in die Eisenbahn- oder Keplerstraße erfasst wurden. Das entspricht einer absoluten Zahl von etwa 118 KFZ in der Stunde, die als Durchgangsverkehr gezählt wurden. Abends waren es 57 %, was 116 Durchgangs-KFZ in der Stunde entspricht.

Da das vorher bereits beobachtete Phänomen des illegalen Durchgangsverkehrs nun sehr eindeutig belegt sei, fordert der ADFC nach den Worten seines Sprechers „rasche und zielgerichtete Überlegungen von Seiten der städtischen Verkehrsplanung“, wie das Problem gelöst werden kann. Denkbar sei beispielsweise eine Umkehrung von Einbahnstraßen oder der Einbau sogenannter „Modaler Filter“, die an bestimmten Stellen für Rad- und Fußverkehr zwar durchlässig seien, dem Autoverkehr allerdings die Durchfahrt verwehrten. „Trotz Änderungen der Verkehrsführung würde jedes Haus im Viertel weiterhin mit dem Auto erreichbar bleiben“, versucht Fläschner bereits vorab möglichen Befürchtungen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die Stadtverwaltung verfüge über ausreichend Kompetenzen, sinnvolle und praktikable Vorschläge zu erarbeiten, ist sich der ADFC sicher.

 

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Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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