
Vorfahrt für Radverkehr © Andreas Cremer
Mobilität in Deutschland (MiD) - Radverkehr lohnt sich!
Das Saarland ist (mal wieder) Schlusslicht. Zwar steigt der Radverkehr langsam an, aber es könnte deutlich schneller vorangehen.
Nirgendwo in Deutschland wird so wenig Rad gefahren wie im Saarland, auch wenn die Zahl der Radler/innen sogar hierzulande ansteigt. Das zeigen die Ergebnisse der jüngst veröffentlichten Studie „Mobilität in Deutschland 2023“. Der ADFC Saar interpretiert die neuen Zahlen allerdings insgesamt positiv und empfiehlt einen differenzierten Blick auf die Situation des Radverkehrs im Land.
Dass saarlandweit der Radverkehrsanteil von zwei Prozent im letzten Untersuchungsjahr 2017 auf drei Prozent im Jahr 2023 gestiegen sei, also um 50 Prozent zugelegt habe, sei sicherlich der niedrigen Ausgangsbasis geschuldet, relativiert der ADFC Saar die Resultate. Wesentlich aussagekräftiger seien die lokalen Werte, die auf Grund einer vom saarländischen Mobilitätsministerium finanzierten Zusatzbefragung erhoben werden konnten. So würden in Saarbrücken mittlerweile sieben Prozent der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt, Anfang der 1990er Jahre habe diese Zahl noch bei zwei Prozent gelegen.
Für den ADFC-Landesvorsitzenden Thomas Fläschner liegt die Ursache hierfür in der konsequenten Förderung des Radverkehrs in der Landeshauptstadt: „Natürlich ist der ADFC mit vielem noch unzufrieden, vor allem mit dem nach wie vor lückenhaften Radwegenetz, aber Saarbrücken ist eine der wenigen saarländischen Kommunen, in der ernsthaft und beständig Radverkehrsförderung betrieben wird. Das zahlt sich aus, wie die Zahlen belegen.“
Erschreckend sei, dass Landkreise wie Merzig-Wadern (ein Prozent), Neunkirchen und St. Wendel (je zwei Prozent) sehr schlecht abschnitten, so Ute Kirchhoff, ebenfalls ADFC-Landesvorsitzende. Verwunderlich sei dies aber nicht, denn in vielen der dortigen Kommunen finde Radwegebau kaum statt. Selbst bundesweit längst bewährte Maßnahmen wie die Freigabe von Einbahnstraßen in Gegenrichtung würden immer noch abgelehnt. Dort, wo Rad- und Fußverkehr konsequent gefördert würden, ließe sich ein Gewinn an Lebensqualität für alle Menschen beobachten. Das müsse das Ziel sein – auch im Saarland.
Es bleibt dabei: Radverkehr lohnt sich!